Vittoria oder Vitöria, Hauptstadt (Ciudad) der span. Provinz Alava im Lande der Basken, 499 meüber dem Meere, in einer weiten, fruchtbaren, gut angebauten und sehr bevölkerten Ebene, am Abhange eines Hügels und am Zadorra, einem linken Nebenfluß des Ebro, 296 km nordöstlich von Madrid an der Linie Irun-Madrid der Spanischen Nordbahn, Knotenpunkt der nach Irun, Bilbao, Burgos, Logroßo und Pamplona führenden Heerstraßen, Sitz des Generalkapitäns der baskischen Provinzen und eines Bischofs, ist nach alter Art befestigt, zum größten Teil alt und schlecht gebaut. In der modernen kleinern Neustadt befindet sich ein sehr großer viereckiger Hauptplatz von 61 m Seite, ringsum von Säulengängen mit Kaufläden umgeben. Die Stadt hat fünf Pfarr⸗ und sechs Klosterkirchen, zählt (1877) 25039 E. und betreibt lebhaften Handel, besonders mit Stahl- und Eisenwaren, Getreide und Wein, sowie ihren eigenen Industrieprodukten (Lederwaren, Seife, Lichten und Möbeln). Geschichtlich ist das 581 gegründete V., mittellat. Victoriacum und Victoria, berühmt durch den Sieg des Schwarzen Prinzen zu Gunsten Peters des Grausamen 1367, besonders aber durch Wellingtons Sieg über die Franzosen unter König Joseph und Marschall Jourdan 21. Juni 1813.