Vlotho, Stadt in der preuß. Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Minden, Kreis Herford, in einem eng von Hügeln umgebenen anmutigen Thale, links an der Weser, Station der Linie Halle— Grauhof-Löhne der Preußischen Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1885) 3429 meist prot. E. und hat ausgedehnte Sandsteinbrüche, Zuckerraffinerie, bedeutende Fabriken für Tabak und Cigarren, Papierfabrikation, eine Dampfsägemühle, eine Gasanstalt, eine Dampfbierbrauerei, Gerberei, Holzhandel und Schiffahrt. Auf dem Gipfel des steil abfallenden Amthausbergs liegen die Ruinen des Stammschlosses der Herren von Vlotho. In der Nähe der Stadt befinden sich zwei reichhaltige Schwefelquellen, Seebruch und Senkelteich, welche zu Badezwecken benutzt werden. Am 17. Okt. 1638 wurden bei V. die beiden Söhne des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, Karl un M. und Ruprecht, durch den kaiserl. Feldmarschall Melchior von Hatzfeld besiegt und Ruprecht gefangen.