FeedVloten (Johannes van)
ReligionBrockhaus 1882

Vloten (Johannes van), niederländ. Historiker und Publizist, geb. zu Kampen 18. Jan. 1818, studierte in Leiden Theologie und Philosophie, war dann einige Zeit Lehrer der Geschichte am Gymnasium zu Rotterdam, kehrte aber 1846 nach Leiden zurück, wo er amtlos lebte, bis er 1854 zum Professor der niederl. Sprache und Litteratur am Athenäum in Deventer ernannt wurde. Im J. 1867 gab er seine Stelle auf und ließ sich nieder in Bloemendaal bei Harlem, später in Harlem selbst, wo er 21.Sept.1883 starb. Am meisten Anerkennung fanden seine Werke über niederl. Geschichte; dazu gehören: Montigny's leven en dood in Spanjep (Amsterd. 1853), Leidens belegering en ontzeto (Leid. 1854); Nederlands opstand tegen Spanjes (3 Tle., Harl. und Schiedam 1858 — 72), Middelburgs beleg en overgango (Middelb. 1874). Daran reihen sich die für die niederl. Kulturgeschichte wichtigen Biographien Paschier de Fyne naar zijn leven en geschrifteno (Herzogenb. 1853), Baruch d'Espinozay (Amsterd. 1862; 2. Ausg., Schiedam 1871). Um die niederl. Litteratur machte V. sich verdient durch Textausgaben und durch litterarhistorische Arbeiten; zu erwähnen sind: Beknopte geschiedenis der Nederl. letteren (Tiel, 1865—71), WLeven en Werken van W. en O. Z. van Hareno (Devent. 18710,„ Elisabeth Wolffo (Harl. 1880). Als Verfechter der Spinozistischen Philosophie trat V. durchweg als heftiger Gegner der herrschenden theologischen Ansichten auf; unter anderm in De Tubinger School en hare Hollandsche tegenstanderso (Amsterd. 1848), „Over de leer der Hervormde Kerk sen hare toekomsto (Schiedam 1849); Jeaus van Nazareth en zijn beginselen in betrekking tot onze dageno (Amsterd. 1863).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 304Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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