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Bildende KunstBrockhaus 1882

Volterra (Daniele da, ursprünglich Ricciarelli), Maler und Bildhauer, geb. 1509 in Volterra, soll seine erste Bildung in Siena durch Baldassare Peruzzi und Sodoma erhalten haben; einflußreicher war indes auf ihn später in Rom Perin del Vaga und vor allen Michel Angelo. V. wußte die Eigentümlichkeiten seines Meisters sich in hohem Grade zu eigen zu machen, namentlich eine ungemeine Herrschaft über die Zeichnung, selbst bei den schwierigsten Verkürzungen, zu erlangen, während er in der Farbe kalt blieb. An den Arbeiten im Vatikan war V. vorzüglich thätig; besonders berühmt aber war von ihm die Kreuzabnahme in Trinita de' Monti, ein großartiges, gegenwärtig aber sehr beschädigtes Fresko, welches P. Toschi trefflich gestochen hat. Eine andere Kreuzabnahme Vis ist königl. Museum zu Neapel, eine dritte, ehemals in der Galerie Orléans, geriet durch Kauf nach England. Außerdem sind zu erwähnen eine Grablegung nach der Komposition Michel Angelos zu Castle-Howard, Taufe Christi in San-⸗Pietro in ontorio, eine Heilige Familie in der Galerie zu Dresden, der Kindermord, in den Uffizien zu Florenz, David und Goliath im Louvre. Später wandte er sich, ebenfalls unter Michel Angelos Vorgang, der Plastik zu. Er begann eine Statue des heil. Michael für die Engelsburg, die aber unvollendet blieb. Auch die von Katharina von Medici ihm aufgetragene Reiterstatue Heinrichs II. wurde nur zum Teil fertig, da bloß das Pferd in Bronze gegossen ward, welches später auf der Place-Royale zu Paris Ludwig XIII. trug. V. starb zu Rom 4. April 1566.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 336Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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