FeedZuceäro(Zucchero, Federigo)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Zuceäro(Zucchero, Federigo), ein ital. Maler, eb. um die Mitte des 16. Jahrh. zu Sant' Angelo in Vado im Herzogtum Urbino, gest. um 1609 zu Ancona, folgte der manieristischen Richtung der nachrafaelischen Schule. Ursprünglich Schuler seines Bruders Taddeo, nahm er an dessen Arbeiten teil. In Florenz vollendete er die von Vasari begonnenen riesigen Fresken der Domkuppel, die das Jüngste Gericht darstellen, aber viel kritisiert wurden. In Rom trug ihm Papst Gregor XIII. die Vollendung der von Michel Angelo geschaffenen Malereien in der Paulinischen Kapelle auf. Z. geriet indes in Ungnade wegen eines Spottbildes, ging auf mehrere Jahre nach Flandern, Holland und England, wo er besonders viele Porträts, darunter das mehrmals wiederholte der Königin Elisabeth und der Maria Stuart, malte. Im J. 1582 wurde er nach Venedig berufen, wo er den Dogenpalast mit Gemälden verzierte. Hierauf vollendete er im Auftrage des versöhnten Papstes in Rom die Malereien in der Kapelle. Er war einer der Stifter der Akademie von San-Luca und mit Aufdeckungen antiker lUberreste beschäftigt. Im J. 1588 wurde er durch Philipp II. nach Spanien berufen, um das Escorial auszu; malen, gefiel aber dort mit seinen Werken nicht und kehrte nach Italien zurück. Taddeo 3., älterer Bruder des vorigen, geb. 1529, gest. 1566 zu Rom, kam als Jüngling nach Rom, wo er sich unter großen Bedrängnissen der Kunst widmete und an Rafaels Vorbild anschloß. Auch er entging der Manier nicht, welcher fast alle Zeitgenossen anheimfielen, aber er übertraf die meisten derselben an Erfindung und einer gewissen Großartigkeit der Gruppierung, durch welche sich vor allem seine Wandgemälde, die Thaten der Farnesen, in deren Palast zu Caprarola auszeichnen, deren Vollendung er nicht erlebte. Auch findet man in vielen ital. Städten große Freskomalereien von ihm, dagegen wenig Tafelgemälde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 950Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Bildende Kunst 6