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Bildende KunstBrockhaus 1882

Gimignano (Vincenzo da San⸗) war einer der ausgezeichnetsten Schüler Rafaels, unter dessen Leitung er an den Loggien des Vatikan arbeitete. Außerdem dekorierte er mit dem Maler Schizzone agaden von Häusern in Rom. Er hatte sich die afaelsche Weise gut angeeignet, neigte aber zu noch größerer Milde als der Meister. Bei der Erstürmung und Plünderung Roms 1527 verlor G. seinen ganzen Besitz. In Schwermut kehrte er nach seinem Geburtsort San-Gimignano im Toscanischen zurück, wo er wohl noch einiges lieferte, das aber seinem frühern Ruhme nicht entsprach. Das Jahr seines Todes ist ungewiß. Seine Werke sind sehr selten; eine heilige Familie von ihm findet sich in der Galerie zu Dresden. — Gigeinto da G., geb. zu Pistoja 1611, gest. 1681, bildete sich zu Rom in Poussins Schule und ging dann zu Pietro da Cortona über, dessen Fertigkeit im effektvollen Scurzzo er sich aneignete, ohne jedoch Poussins Grundsätze in der Zeichnung Anzugeden. Auch Guereino diente ihm häufig zum Vorbilde. Er malte viel in Fresko, unter anderm im Lateran zu Rom und dem Palast Nicolini zu Florenz. Man hat außer vielen andern Kupferstichen auch von G. 27 sehr gesuchte malerische Blätter, die mit zierlicher Nadel gefertigt sind. — Gleiche Achtung erwarb sich auch sein Sohn und Schüler Lodovico G., geb. zu Rom 1644, gest. 1697. Er fand in Fresken vielen Beifall; die in der Kirche delle Vergine zu Rom wurden von den Malern der Lüfte und Wolken sowie der Engelsflügel wegen studiert. Andere Arbeiten von ihm sieht man in Pistoja im Dom und San-Giovanni. Caylus, Roullet u. a. haben nach ihm gestochen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 43Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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