Wachspalme, der Name verschiedener Palmarten Südamerikas aus den einander nahe verwandten Gattungen Ceroxylon Humb. Bonpl. und Klopstockia Rarst., von denen die erste dreiblätterige, die zweite tiefgeteilte verwachsenblätterige Blütenhüllen besitzt. Die Palmen beider Gattungen haben fiederteilige oder gefiederte Blätter und zeichnen sich durch hohe Stämme und starke Wachsabsonderung aus. Die am längsten bekannte W. ist C. andicola H. B. Sie wächst auf dem Andesschlant in einer Höhe von 2630—3230 m, hat einen chlanken, nach oben etwas geschwollenen, mit Wachs überzogenen Stamm, der hoch über den übrigen, aus Laubbäumen bestehenden Wald emporragt, und eine gewaltige Krone gefiederter Blätter, mit gefalteten, an der Spitze zweispaltigen Fiedern, einhäusige Blüten in verschiedenen Kolben und violette Früchte. Ihr Holz ist sehr dauerhaft, zu Bauholz geeignet, ihre Blätter dienen zum Dachdecken. Feder erwachsene Stamm liefert durchschnittlich 12 kg Wachs, welches man durch Abkratzen von dem gefällten Stamm gewinnt. Dasselbe besteht zum dritten Teil aus Wachs, zu zwei Dritteilen aus Harz. Eine noch kolossalere Palme ist die in den Einöden Columbias wachsende Klopstockia cerifera Karst. Ihr Stamm erreicht bis 65 m Höhe, bei nur 3 dm Durchmesser, und ist ebenfalls mit Wachs überzogen, welches sich auch an den mächtigen, fiederteiligen Blättern ausscheidet, die unterseits mit einem weißgrauen Filz bedeckt sind. Eine dritte W., die in Brasilien heimische Copernicia cerifera Mart. (vgl. Tafel: Palmen II, Fig. 6), deren Blätter mit Wachsschuppen bedeckt sind, liefert das Carnaubawachs (s. d.), welches nach England ausgeführt und dort zur Kerzenfabrikation verwendet wird.