Währing, nordwestl. Vorort von Wien, mit dem es eine Pferdebahn verbindet, ein Pfarrdorf mit durchwegs städtischer Anlage, zählte 1870 schon 16023, 1880 aber 40 135 E. Einen neuen Zuwachs bildet die Gruppe geschmackvoller, von Gärten umgebener Villen des Wiener Cottagevereins, ebenso der großartige Bau der neuen k. k. Sternwarte, der auf der Höhe der sog. Türkenschanze aufgeführt wurde. Unter den für die wiener Bevölkerung bestimmten Friedhöfen galt der zu W. als der vornehmste; er enthält neben andern merkwürdigen Gräbern die von Beethoven und Franz Schubert. W. hat eine orthopädische Anstalt, eine Pfleganstalt für Unheilbare, ein Kloster der Ursulinerinnen, eine Fabrik für chem. Produkte, für Leder⸗ und Bettwaren, ein Brauhaus. Die Geschichte des Ortes reicht bis ins 11. Jahrh. zurück und knüpft sich an den Besitz des salzburg. Stifts Michelbeuern, der später in der Nachbarschaft so bedeutend wurde, daß eine wiener Vorstadt danach der Michelbeurische Grund benannt war.