FeedKönigswart
GeschichteBrockhaus 1882

Königswart, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Plan, an der Linie Wien-Eger der Ssterreichischen Staatsbahnen, mit (1881) 2112 E., ist Sitz eines Bezirksgerichts. Dazu gehört der Kurort K. mit Trink, Bade⸗ und Molkenkur, 723 m hoch gelegen. Von den sechs Heilquellen gehören fünf, darunter die Victorsquelle, mißt, sind unter C aufzusuchen. zu den stärksten Stahlquellen, während die Richardsquelle ein eisenfreier Säuerling ist. K. hat ein schönes neues Badehaus und ein Schloß, das dem Fürsten Metternich gehört. Die im Dreißigjährigen Kriege von den Schweden zerstörte alte Burg wurde später von dem kaiserl. General Grafen Metternich gekauft, der hierauf am Fuße des Bergs, auf welchem die Ruinen der alten Burg liegen, das neue Schloß aufführte, das im J. 1839 von dem österr. Staatskanzler Fürsten Clemens Metternich im ital. Stil restauriert wurde und welches, mit einem schönen Park umgeben, neben einer ansehnlichen Bibliothek, reichen Sammlungen von Kunst- und Naturgegenständen, Waffen, Altertümern, Gemälden, histor. Denkwürdigkeiten und einem großen Münzkabinett, namentlich auch in dem Altar der reichgezierten Schloßkapelle die Gebeine einer Menge Heiliger bewahrt, zu denen häufig gewallfahrtet wird. Der Marmoraltar, ein Geschenk des Papstes Gregor XVI., besteht aus einem einzigen, kunstreich gehauenen Steinblock und ist mit dem blauen Marmor der Säulen aus der abgebrannten St. Paulskirche in Rom eingelegt. In den Parkanlagen befindet sich ein dem Andenken des Kaisers Franz I. errichteter Obelisk.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 471Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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