FeedWalkenried
ErdkundeBrockhaus 1882

Walkenried, Flecken im braunschw. Kreise Blankenburg an der Wieda und der Linie Soest-Nordhausen der Preußischen Staatsbahnen, in reizender Gegend am südl. Abhang des Harzes, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat Stuccogipsfabrikation und zählt (1880) 998 E. Der Ort verdankt seine Entstehung einem 1127 gestifteten, ursprünglich reichsfreien Cistercienserkloster, welches aber im Westfälischen Frieden zu Gunsten des Hauses Braunschweig eingezogen wurde. Die im 13. Jahrh. wesentlich in got. Stil erbaute prachtvolle Klosterkirche, welche 78 melang, 33 mebreit und bis zur Dachspitze 33 m hoch war, wurde 1525 im Bauernkriege zerstört; von der dreischiffigen, auf 36 Säulen ruhenden Basilika sind malerische Reste erhalten, welche die schönste Kirchenruine des Harzes bilden; die Kapitelstube dient noch jetzt als Kirche des Ortes. Vgl. Girschner, «Die vormalige Reichsabtei W. (Nordh. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 408Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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