FeedWallot (Paul)
BaukunstBrockhaus 1882

Wallot (Paul), Architekt, geb. 26. Juni 1842 zu Oppenheim a. Rh., wurde an der Gewerbeschule in Darmstadt, sowie seit w1860 am Polytechnikum zu Hannover gebildet. Das folgende Jahr besuchte er die berliner Akademie, dann die Universität in Gießen. Nach Berlin 1864 zurückgekehrt, setzte er bei Gropius und Hitzig seine Studien bis 1868 fort, um dann Italien zu besuchen. Noch im selben Jahre begann W. seine Thätigkeit als Privatarchitekt in brnem er a. M., beteiligte sich an der zweiten Konurrenz zum Reichstagsgebäude in Berlin, erhielt den ersten Preis und wurde auch mit der Ausführung betraut. Auf verschiedenen Reisen durch Deutschland, England und Italien erweiterte W. den Kreis seiner Studien und lieferte als Früchte derselben eine Anzahl von Schöpfungen und Entwürfen, unter welchen diejenigen der dresdener Kreuzkirchen-Friedhofanlage mit dem ersten Preise ausgezeichnet wurde. Auch zum Niederwalddenkmal, zur Stephaniebrücke in Wien, zum Bahnhofe in Frankfurt a. M. hat sich W. mit Konkurrenzprojekten beteiligt, welche teils Preise erhielten, teils zur Ausführung erworben wurden. „Wallraf (Ferd. Franz), der Begründer des nach ihm genannten Museums in Köln, geb. daselbst 20. Juli 1748, studierte Theologie, erhielt 1773 die Priesterweihe und wurde Mitglied der philos. Fakultät an der Universität zu Köln, 1786 aber ord. Professor der Naturgeschichte, Botanik und Asthetik, Aufseher über den botan. Garten. Er wurde 1794 Rektor der Universität; doch legte er dieses Amt nieder, weil er den von den Priestern geforderten Eid nicht schwören wollte. Nach Aufhebung der Universität erhielt er 1799 eine Professur der Geschichte und der schönen Wissenschaften an der neuerrichteten Centralschule. Als Numismatiker machte er sich bekannt namentlich durch Beschreibung der Hesurate tener des Domherrn von Merley. Die Resultate seiner histor. Forschungen findet man in der aSammlung von Beiträgen zur Geschichte der Stadt Kölnyo. Von 1799 bis 1804 gab er das an kunstgeschichtlichen Aufsätzen reichhaltige Taschenbuch der Ubier» heraus. Mit Lebensgefahr rettete er in der franz. Zeit die gemalten Fenster der Domkirche. Seine an seltenen Gegenständen der Kunst und Wissenschaft reichen Sammlungen vermachte er der Stadt Köln; dieselben bilden den Grund des kölner Museums (Wallraf-Richartz-Museum genannt). Er starb 18. März. 1824. Vgl. Smets, «Biographischer Versuch über W.y (Köln 1825).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 419Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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