FeedScholtz (Jul.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Scholtz (Jul.), Historienmaler, geb. 12. Febr. 1825 in Breslau, studierte auf der dresdener Akademie und zeichnete sich zuerst durch das vom Verein für histor. Kunst bestellte Gemälde: Gastmahl der Wallensteiner, aus. Die anziehende Verbindung geschichtstreuer Charakteristik mit dem Element des Sittenbildes, die hierin hervortritt, bildet auch den Reiz seiner spätern Gemälde, unter denen die Musterung der ersten Freiwilligen von König Friedrich Wilhelm III. in Breslau (einmal für den Kunstverein zu Breslau, ein zweites mal 1872 für die Nationalgalerie in Berlin gemalt) besonders her⸗ „vorzuheben ist. S. wurde 1874 Professor an der dresdener Akademie und beteiligte sich an der Ausschmückung der Albrechtsburg in Meißen. Scholz (Adolf Heinr. Wilh. von), preuß. Finanzminister, geb. 1. Nov. 1833 zu Schweidnitz, Sohn eines Arztes, besuchte 1844—51 das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte 185154 in Berlin und Bonn die Rechte, arbeitete dann ein Jahr lang als Auskultator am Kreisgericht zu Schweidnitz, kehrte hierauf nach Berlin zurück und trat 1859 nach einer kurzen Thätigkeit als Assessor am berliner Stadtgericht in die Verwaltungslaufbahn über. In dieser war er bei den Regierungen zu Danzig, Oppeln und Breslau und dem Oberpräsidium zu Breslau beschäftigt und wurde 1864 als Hilfsarbeiter in das Kultusministerium berufen, später zum Regierungsrat ernannt,‚, 1871 in das Finanzministerium übernommen und hier 1872 zum Geh. Finanzrat, 1875 zum Geh. Oberfinanzrat befördert. Als solcher hatte er bis 1876 hauptsächlich die Etats des Kultusministeriums und später den preuß. Gesamtetat und die Etats der Reichsverwaltungen zu bearbeiten. Am 16. Juli 1879 als Unterstaatssekretär an die Spitze des neubegründeten Reichs-⸗ schatzamts berufen, erhielt er drei Monate später seine Ernennung zum preuß. Bevollmächtigten im Bundesrat und im Juni 1880 zum Staatssekretär des Reichsschatzimts mit dem Charakter als Wirklicher Geheimrat. Nach dem Rücktritt Bitters wurde S. 28. Juni 1882 als Finanzminister in den preuß. Landesdienst zurückberufen. In den J. 1870 73 war S. konservatives Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses als Vertreter des Wahlkreises Schweidnitz. Seit 14. Mai 1883, wo sein Vater anläßlich des 60jährigen Doktorjubiläums in den erblichen Adelsstand erhoben wurde, führt S. auch seinerseits das Adelsprädikat und seit 8. Febr. 1885 den Titel eines Doktors der Rechte, den ihm die Universität Bonn ehrenhalber verliehen hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 457Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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