Thiersch (Friedr.), Architekt, geb. 18. April 1852 zu Marburg als Sohn des Theologen Heinr. Wilh. Josias T., besuchte die Gymnasien zu Marburg und München, dann das Polytechnikum in Stuttgart und ließ sich 1873 als Architekt in Frankfurt a. M. nieder. Nachdem er von 1876 bis 1878 Studienreisen in Italien, Griechenland, Frankreich und England gemacht, wurde er 1879 als Professor an die technische Hochschule und Akademie der bildenden Künste in München berufen. Er beteiligte sich 1881 mit Ingenieur Lauter an der Konkurrenz für die Rheinbrücke in Mainz und erhielt den ersten Preis. Auch bei der Konkurrenz um das deutsche Reichstagsgebäude in Berlin erhielt sein Plan den ersten Preis, doch wird Wallots ebenfalls mit dem ersten Preise gekrönter Entwurf ausgeführt. Im J. 1883 war T. zweiter Präsident und Architekt der internationalen Kunstausstellung im Glaspalast zu München. Noch sind von seinen Bauten zu nennen: ein monumentaler Brunnen zu Lindau (1884), die Renovierung des alten Rathauses daselbst (1885—87) und das Monument für die 1870 —1 gefallenen Bayern zu Wörth im Elsaß.