FeedWalter (Ferd.)
GeschichteBrockhaus 1882

Walter (Ferd.), deutscher Rechtslehrer, geb. 30. Nov. 1794 zu Wetzlar, nahm 1813 teil an dem Kriege gegen Frankreich und studierte seit 1814 in Heidelberg die Rechtswissenschaft. Nachdem er hier wenige Monate als Privatdocent gewirkt, erhielt er eine außerord., dann 1821 eine ord. Professur an der neugestifteten Universität zu Bonn, wo er seitdem Kirchenrecht, röm. Rechtsgeschichte, der er durch Niebuhrs Schriften und persönliche Anregung zugeführt wurde, deutsches Privatrecht und deutsche Rechtsgeschichte mit großem, durch Klarheit und Eleganz seines Vortrags bedingtem Erfolge Als Abgeordneter der preuß.Nationalversammlung von 1848 vertrat W. eine gemäßigte konservative Richtung. In den J. 1849 und 1850 war er als Mitglied der Ersten Kammer teils auf der Tribüne, teils in den Kommissionen und als Referent in gleichem Sinne thätig. Er starb 13. Dez. 1879 in Bonn. W.s Hauptwerke sind das „Lehrbuch des Kirchenrechtsy (Bonn 1822; 14. Aufl. von Gerlach, 1871), die Geschichte des röm. Rechts bis auf Justiniands (Bonn 1840; 3. Aufl., 3 Bde., 1845 —60), das «Corpus juris Germanici antiquio (3 Bde., Berl. 1824), die Deutsche Rechtsgeschichter (Bonn 1853; 2. Aufl., 2 Bde., 1857), das System des gemeinen deutschen Privatrechtso (Bonn 1854), die Vontes juris ecelesiastici antiqui et hodierni⸗ (Vonn 1862), «Das alte Waleso (Bonn 1859) und Naturrecht und Politik im Lichte der Gegenwarbto (Bonn 1863; 2. Aufl. 1871). W.s Selbstbiographie »Aus meinem Leben-erschien zu Bonn 1865.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 422Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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