Dove (Richard Wilh.), deutscher Kirchenrechtslehrer‚, ältester Sohn des vorigen, In. 27. Febr. 1833 zu Berin, besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium daselbst, studierte dann zu Berlin und Heidelberg Jurisprudenz und erwarb sich 1855 mit der Schrift De jurisdictionis [A= ecelesiasticae apud Germa- (Berl. 1855) die jurist. Dok-V torwürde. Im Frühjahr 2. 1859 habilitierte er sich als Privatdocent in der jurist. Fakultät zu Berlin mit der Abhandlung: Untersuchungen über die Sendgerichted,., = welche später erweitert in der „Zeitschrift für Kirchenrechto (Bd. 4 u. 5) erschien; daneben 2—— war er seit Jan. 1860 als Hilfsarbeiter im Evangelischen Oberkirchenrate zu Berlin thätig. In demselben Jahre vereinigte er die hervorragendsten Vertreter der Kirchenrechtswissenschaft zur Begründung der AH* für uen Wandeg die er anfänglich allein, vom vierten Bande ab in Gemeinschaft mit Friedberg herausgab. Ostern 1862 folgte er einem Rufe als außerord. Professor des Kirchenrechts und deutschen Rechts nach Tübingen, wo er neben dem Kirchenrecht auch deutsche Verfassungsgeschichte, Handels⸗ und Wechselrecht, deutsches Privatrecht in den Kreis seiner Lehrthätigkeit zog und 1863 eine ord. Professur erhielt, die er 1865 mit einer solchen in Kiel vertauschte. Seit 1868 wirkt D. als ord. Professor in Göttingen so- wie als außerord. Mitglied des evang. Landeskonsistoriums zu Hannover. Im März 1871 wählte ihn der Kreis Duisburg in den ersten Deutschen Reichstag; 1873 wurde D. zum Mitgliede des neuerrichteten königl. Gerichtshofs für kirchliche Angelegenheiten ernannt, 9. Juli 1875 auf Präsentation der Universität Göttingen ins Herrenhaus berufen. Di.s litterarische Arbeiten sind zum großen Teil in der erwähnten «Zeitschrift für Kirchenrechto in Druck erschienen. Besondere Beachtung verdient seine Arbeit über «Amilius Ludwig Richter und seine Zeito (Bd. 7), welche die rcpen Zugen vo Bewe-Auc en der neuern Zeit in großen Zügen vorführt. * besorgte er die neuen Bearbeitungen von Richters »Lehrbuch des evang. und kath. Kirchenrechtso (6. Aufl., Lpz. 1867; 8. Aufl. 1877 fg.).