Walther von Klingen, Minnesänger, aus einem reichen und mächtigen Geschlecht des Thurgaus entstammt, teilte mit seinen zwei Brüdern das väterliche Erbe 1250 oder 1251, stiftete im Verein mit seinem Bruder Ulrich 1252 ein Kloster und gründete dann 1256 für sich allein das Kloster Klingenthal bei Basel, 1269 das Wilmemiterkloster Syon zu Klingnau. Er war eine politisch einflußreiche Persönlichkeit und trat in Beziehung zu König Rudolf von Habsburg. Seine in der pariser Handschrift überlieferten formgewandten, aber dichterisch nicht hervorragenden Lieder, acht an der Zahl, in dem sich Gottfrieds von Neifen Einfluß zeigt, finden sich in den Sammlungen Bodmers und von der Hagens, sowie in der Schrift von W. Wackernagel, „W. von Klingen, Stifter des Klosters Klingenthal und Minnesängerv (Basel 1845), auch in dessen kleinern Schriften (2 Bde., Lpz. 1873).