FeedKücken (Friedr. Wilh.)
MusikBrockhaus 1882

Kücken (Friedr. Wilh.), deutscher Tonsetzer, geb. 16. Nov. 1810 zu Bleckede im Lüneburgischen, erhielt seine Ausbildung bei seinem Schwager, dem Musikdirektor und Schloßorganisten Lührß in Schwerin. Schon hier komponierte er verschiedene Lieder und besonders Märsche für das schweriner Militärmusikkorps, welche große Verbreitung gefunden haben. Im J. 1829 ward K. von dem Erbgroßherzog Paul Friedrich zum Lehrer seiner Kinder berufen, mit denen er 1831 nach Berlin ging, wo 1839 seine erste Oper, «Die Flucht nach der Schweizo, mit Erfolg aufgeführt wurde. Er wandte sich 1841 nach Wien, wo er bei Sechter Fugenstudien machte. Hierauf begab er sich in die Schweiz, dirigierte die großen Männergesangfeste zu St. Gallen und Appenzell, verweilte 1843 —46 in Paris und darauf an verschiedenen Orten, bis er 1851—61 als Hofkapellmeister in Stuttgart wirkte. Seitdem lebte er ohne öffentliches Amt zu Schwerin, wo er 3. April 1882 starb. Die Popularität, die K. als Gesangskomponist genießt, verdankt er der Melodienfrische und Sangbarkeit seiner Lieder und Gesänge. Sehr gelungen sind auch die Männerquartette, von denen viele eine große Verbreitung gefunden haben. «Ach wie wär's möglich denn », «Greteleino und manche andere seiner Melodien haben sich dauernd eingebürgert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 650Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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