FeedLudwigslied
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ludwigslied, eins der wichtigsten und poetisch wertvollsten Gedichte aus der althochdentschen eine Verherrlichung des Siegs, den der westfränk. König Ludwig III., ein Sohn Ludwigs des Stammlers, bei Saucourt in der Picardie 3. Aug. 881 über die Normannen erfocht. Wiewohl in volksmäßigem Tone gedichtet, war doch der Verfasser jedenfalls ein Geistlicher, ob der gelehrte Hucbald in St.⸗Amand, ist ungewiß. Herausgegeben wurde das Gedicht zuerst von Schilter (Straßb. 1696) in sehr verderbtem Text nach einer Abschrift, die Mabillon von der Handschrift genommen hatte. Diese galt lange für verloren, bis Hoffmann von Fallersleben sie zu Valenciennes wieder auffand und aus ihr das Gedicht in den von ihm und Willems herausgegebenen KMonumenta Elhonensiao (Gent 1837) in treuem Abdruck bekannt machte, aus dem sich auch ergibt, daß es nicht durchgehends aus Strophen von vier Zeilen besteht, sondern daß sich neben diesen auch an altden von sechs Zeilen finden. Das L. ist in den altdeutschen Lesebüchern von Wackernagel, Schade, Kurz u. s. w. abgedruckt, ebenso in Müllenhoffs und Scherers Denkmälern deutscher Poesie und Prosa aus dem 8. bis 12. Jahrh.v (Berl. 1864; 2. Aufl. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 237Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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