Walujew (Peter Alexandrowitsch, Graf), russischer Staatsmann, geb. 1815 in Moskau, war seit 1845 Beamter beim Generalgouverneur in Riga und 1853—58 Gouverneur von Kurland. Im J. 1861 zum Minister des Innern ernannt, führte er die Aufhebung der Leibeigenschaft durch, setzte 1864 die Provinzialinstitutionen (s. Semstwo) ein, und erließ 1865 ein neues Preßgesetz. Doch war er weder bei den Liberalen noch bei der Nationalpartei beliebt, und die letztere verdrängte ihn 1868 aus seiner Stellung. Durch die Gunst des Kaisers wurde W. 1872 wieder Minister der Staatsdomänen, aus welchem Amte er Anfang 1881 zum Präsidenten des Ministerkomitees ernannt wurde. Doch ward seine Thätigkeit durch die bald darauf folgende Diktatur Loris-Melikows sehr beengt, und schließlich mußte W. abermals den Intriguen der Nationalpartei weichen; er legte seine Präsidentschaft im Oktober desselben Jahres nieder, blieb aber Staatssekretär und Mitglied des Reichsrats. W. schrieb auch den Roman «Lorino (Petersb. 1881; deutsch, 3 Bde., Lpz. 1882), gewissermaßen als Gegenstück zu dem in der russischen schönen Litteratur vorherrschenden Pessimismus, indem darin harmlose Scenen und zufriedene Menschen aus dem russ. Leben vorgeführt werden.