Wielopolski (Alexander, Graf), Marquis Gonzaga, poln. Staatsmann, geb. 15. März 1803, studierte die Rechte in Warschau, Paris und Göttingen und lebte dann auf seinem väterlichen Gut Myszkow bei Krakau. Nach dem Ausbruche der Revolution wurde er 1830 in den Reichstag gewählt, wo er der äußersten Rechten angehörte. Eine polit. Mission nach London 1831 war ohne Erfolg. Er blieb darauf amtlos in Polen. Die galiz. Greuel des Jahres 1845 veranlaßten ihn zu der Aufsehen erregenden Schrift „Lettre d'un gentilhomme polonais au prince de Metternicho (Brüss. 1846), worin er das Heil Polens in einem engen Anschluß an Rußland sieht. Die russ. Regierung machte später wirklich den Versuch, sich mit Polen auszusöhnen. Im J. 1861 wurde dem Lande in den Grenzen des sog. Kongreßpolens eine weite polit. und nationale Autonomie gewährt. W. wurde nach einer Reise nach Petersburg zum Unterrichtsminister ernannt und ward 1862 Chef der Civilverwaltung und Adlatus des Großfursten Konstantin, Statthalters von Polen. Allein der Aufstand von 1863 machte diesen Bestrebungen ein Ende. W. zog sich nach Dresden zurück und starb daselbst 30. Dez. 1877. Vgl. Lisiecki, Alexander W.v (2 Bde., Krak. 1878); Spasowicz, Leben und Politik des Marquis W.o (russisch, Petersb. 1882).