Warbola, jetzt von den Esten Janilin genannt, Burg im Kreise Wieck des russ. Gouvernements Estland, die einzige noch in ihren Trümmern erhaltene, aus der estnischen Heidenzeit stammende Burg, eine der letzten Zufluchtsstätten der Esten gegen die deutschen Schwertritter, welche W. 1220 eroberten. Wie fast alle Estenburgen war auch W. in einer Unbste w Umgebung auf einer künstlich angelegten nhöhe mit einem ovalen Walle umgeben, durch den zwei nach N. und S. gelegene mit besonderer Schutzwehr versehene Thore in den innern, niedriger gelegenen Raum führten. In der Mitte der Burg befand sich ein freier Raum mit einem Brunnen, dessen Spur noch jetzt sichtbar ist. Die Burg besteht aus einem von Granit und Kalksteinen sorgfältig zusammengesetzten steilen Steinwall von 10 bis 12 m Dicke, an dem nirgends eine Verbin⸗ +..„ Kalk oder Mörtel zu bemerken ist. bezirk Minden, an der Diemel, Station der Linien Schwerte-Kassel, Altenbeken-W. und W.⸗Arolsen der Preußischen Staatsbahnen, nahe der Grenze von Hessen-Nassau und von Waldeck, zählt (1885) 4874 meist kath. E., welche vorzugsweise Landwirtschaft treiben; hervorragend ist der Getreidebau in der durch ihre Fruchtbarkeit bekannten Warburger Börde. Die Stadt ist Sitz eines Amtsn ts und hat ein Gymnasium, höhere Töchterchule und landwirtschaftliche Winterschule, eine Papierfabrik und eine Zuckerfabrik. W. besteht aus der im Diemelthale gelegenen Alt- oder Unterstadt und der auf der Höhe gelegenen Neustadt. Ursprünglich kirchlich und politisch getrennt, wurden die durch Mauern und Türme seit 1260 befestigten Städte 1436 vereinigt. Als Mitglied der Hansa war die Stadt bis zum Dreißigjährigen Kriege bedeutend. Bei W. besiegte 31. Juli 1760 der Herzog Ferdinand von Braunschweig die Franzosen. Etwa 5 km östlich von W. liegt der die ganze Gegend 650n beherrschende Desenberg, ein einsam aus der Ebene aufsteigender 375 m hoher Basaltkegel. — Der Kreis Warburg zählt (1885) auf 513 qkm 31 487 meist kath. E.