FeedWorringen
ErdkundeBrockhaus 1882

Worringen, Flecken in der preuß. Rheinprovinz, Regierungsbezirk und Landkreis Köln, 15 km im NNW. von Köln, links am Rhein, dessen Ufer hier mit starken Deichen versehen sind, Station der Linie Köln-Neuß-Zevenaar der Preußischen Staatsbahnen, zählt (1880) 2460 meist kath. E. und hat bedeutenden Zuckerrübenbau, Brauereien, eine Ölmühle, Kalkbrennereien und Ziegeleien. In der Umgebung dehnt sich der waldige Worringer Bruch aus. — W. soll das Buruncum der Römer sein, der Standort ihrer Reiterei in Germania inkerior. Geschichtlich merkwürdig wurde W. durch die große und blutige Schlacht am 5. Juni 1288, in welcher Herzog Johann von Brabant mit seinen Verbündeten die Partei Graf Reinalds von Geldern völlig besiegte und der kölner Erzbischof Sigfried von Westerburg der Gefangene des Grafen Adolf von Berg wurde; auch Graf Reinald von Geldern wurde gefangen. Auf geldern-⸗erzbischöfl. Seite fielen Herzog Heinrich von Luxemburg, Vater Kaiser Heinrichs VII., und Heinrich von Westerburg, der Bruder des Erzbischofs Sigfried. Gleich nach dem Kampfe zerstörten die kölner Bürger, welche durch ihr Eingreifen den Sieg für die Brabanten herbeigeführt hatten, die erzbischöfl. Burg zu W. bis auf den Grund. Diese Schlacht entschied den Limburger Erbfolgekrieg (1282 — 89), Limburg blieb fortan bei Brabant.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 755Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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