FeedGlockentaufe
ReligionBrockhaus 1882

Glockentaufe ist die Bezeichnung für die bei Einweihung einer Glocke stattfindende Ceremonie. Die in der kath. Kirche noch gegenwärtig gebräuchliche G. ist erst seit dem 8. Jahrh. üblich geworden, wie aus mehrern Kapitularien Karls d. Gr. erhellt. Die Ceremonie der G. ist nicht überall gleich; wesentlich aber kommt sie darauf hinaus, daß sie unter dem Gesange des Miserere und des 28. Psalms stattfindet, wobei die Glocke mit geweihtem Wasser, das unter dem Aussprechen der Taufformel mit Salz gemischt worden ist, besprengt, mit heiligem Ol gesalbt, mit Kreuzen versehen und die Taufformel selbst ausgesprochen wird. Die Glocke erhält eine heilige Person als Paten und wird nach ihrem Namen genannt. Die Reformation hat die G. von vornherein als einen Mißbrauch des Sakraments der Taufe verworfen; daher findet in der prot. Kirche bei der hlihe Feier neuer Glocken nur eine angemessene kirchliche Feier statt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 115Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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