Tauern (Hohe), s. Hohe Tauern. Taufe. Abwaschungen in reinem Wasser waren hei verschiedenen morgenländ. Völkern von alters her als symbolische Handlungen im Gebrauche. Das Alte Testament schreibt bei allen möglichen Verunreinigungen, aber auch vor dem Tempelbesuche, vor Verrichtung gottesdienstlicher Gebräuche und priesterlicher Handlungen dergleichen Waschungen vor, welche namentlich im spätern Judentum von den Pharisäern mit peinlicher Sorgfalt beobachtet wurden. Die hierbei zu Grunde liegende Idee war die der levitischen Reinheit oder die Fernhaltung jeder verunreinigenden Berührung von dem Eigentum Jahvehs, ades Heiligen Israelso. Als Sinnbild des Übergangs von heidnischer Unreinigkeit zu dem heiligen Bundesvolk mag schon in vorchristl. Zeit die sog. Proselytentaufe an den zum Judentum bekehrten Heiden vollzogen worden sein. Im Unterschiede von partiellen Waschungen schien hier ein Untertauchen des ganzen Körpers in fließendes Wasser unerläßlich. Eine tiefere sittliche Beziehung lag in der Taufe des Johannes. Dieselbe sollte ein Symbol der zum Eintritt in das nahe bevorstehende Messiasreich erforderlichen Buße oder sittlichen Umkehr sein, und wurde daher ebenfalls durch Untertauchen, aber nicht an Heiden, sondern an Juden, als den Mitgliedern des messianischen Volks, vollzogen. Jesus, welcher sich selbst vor seinem öffentlichen Auftreten der Johannes1taufe unterzogen hatte, begann seine Thätigkeit mit rdemselben Bußrufe wie Johannes, scheint aber das Taufen seinen Jüngern überlassen zu haben. In der ältesten messianischen Gemeinde war das T. allgemein übliche Sitte. Sie erfolgte anfangs auf den Namen Jesu Christi, d. h. auf das Bekenntnis hin, daß Jesus der Messias sei. Ob Jesus selbst die T. auf seine Person eeingesetzte, d. h. zur förmlichen Bedingung des Eintritts in die messianische Gemeinde erhoben habe, läßt sich ebenso wenig feststellen, als über die Form der auf sein Geheiß noch während seines Lebens geübten messianischen T. etwas Näheres bekannt ist. Die Matth. 28, 10 auf Jesus selbst zurückgeführte Taufformel cauf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geisteso ist zuverlässig erst spätern Ursprungs. Da man in ihr aber, auf Grund der evang. Erzählung, eine Anordnung des auferstandenen Erlösers sah, so wurde sie in den christl. Gemeinden allgemein recipiert. Nach einer namentlich durch Paulus ausgebildeten Vorstellung war die Wassertaufe nicht bloß Sinnbild der Buße, sondern versetzte den