FeedWeber (Friedr. Wilh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Weber (Friedr. Wilh.), epischer Dichter, geb. 25. Dez. 1813 zu Alhausen bei Driburg in Westfalen, Sohn eines Försters, besuchte das Gymnasium zu Paderborn und die Universitäten Greifswald und Breslau, wo er Medizin und alte Sprachen studierte. Er machte dann längere Reisen in Frankreich, Deutschland und Italien, ward praktischer Arzt in seiner Heimat Driburg, 1856 Brunnenarzt in Lippspringe bei Paderborn. Nachdem er diese Stelle aus Gesundheitsrücksichten aufgegeben, zog er 1867 nach Thienhausen bei Steinheim, wo er das Schloß des Freiherrn Guido von Haxthausen bewohnt. Seit 1861 ist er preuß. Landtagsabgeordneter, Centrumsmitglied, seit 1880 Ehrendoltor der Universität Münster. In die Offentlichkeit trat er zunächst mit der Schrift Die Arminiusquelle zu Lippspringes (Paderb. 1863), gab dann übersetzungen von zwei Tennysonschen Gedichten Enoch Ardeno und Aylmers Fielde heraus (Paderb. 1869); 1872 folgten «Schwedische Liederꝰ. Bekannter ward durch sein Epos Dreizehnlinden » (ein Kloster, dessen Mönche das Christentum in Westfalen einführten) (Paderb. 1878; 30. Aufl. 1886), ein Gedicht von vollendeter Form und klassisch schönem Inhalt. Auch seine 4Gedichtes (Paderb. 1881; 9. Aufl. 1886) bieten viel Wertvolles; ihnen reihten sich die «Marienblumen (Köln 1885) an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 482Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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