FeedBronner (Franzaver)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bronner (Franzaver), deutscher Idyllendichter, eb. 23. Dez. 1758 zu Höchstädt an der Donau, wo bn Vater Ziegelbrenner war, kam 1769 als Chornabe in das Jesuitenseminar nach Dillingen. Nach beendigten Schuljahren in den Seminarien zu Dillingen und zu Neuburg wurde er 1776 Benediktinermönch in Donauwörth, widmete vf mit dem größten Eifer dem Studium der 2 — ik, Mathematik, Philosophie, der Musik und Poesie und dichtete be-Fiscer chäferspiele und, nach Geßners Vorbild, ischeridyllen. Da ihm aber das Klosterleben nicht gefiel, so entfloh er und kam unter dem Namen ohann Winfried 1785 nach Basel und dann nach ürich, wo er durch Füßlis Verwendung als Notensetzer in einer Druckerei Anstellung erhielt, dann aber Mitredacteur der Hischerge Zeitunge wurde. Ru Zürich gab er seine «Fischergedichte und Erzähungeno (3 Bde., Zür. 1787—94), die S. Geßner mit einer Vorrede begleitete, und seine Lebensbeschreibunge heraus (3 Bde., Zür. 1795—97; neue Ausg. 1810). ließ er 410 doch wieder bewegen, nach Augsburg in ein Kloster zurückzukehren, ergriff aber zum zweiten mal die Flucht und wurde von seinen schweiz. Freunden auch gern wieder aufgenommen. Im J. 1803 wurde er als Lehrer der Naturwissenschaft an der Kantonschule zu Aarau angestellt, wo er 1810: Der erste Krieg, in 60 metrischen Dichtungen» (nach Geßners Der erste Schiffero) veröffentlichte; 1810 folgte er einem Rufe als Professor der Physik nach Kasan, kehrte 1817 nach Aarau zurück, wo er 1820 Bets Protestantismus übertrat, 1830 Regierungssekretär, Archivar und Bibliothekar wurde und 11. Aug. 1850 starb. te Aarau gab er außer der »Abenteuerlichen Geschichte Herzog Werners von Urslingene (Aarau 1828) und der »Anleitung, Archive und Registraturen nach leichtfaßlichen Grundsätzen einzurichteno (Aarau 1832), auch die Lustfahrten ins Idyllenlando (2 Bdchn., Aarau 1833) heraus, welche Erzählungen und neue Cilhrrunc: enthalten. Auch schrieb er eine statist. childerung: Der Kanton Aargaup (2 Bde., St. Gallen u. Bern 1844).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 576Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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