Wedekind (Ant. Christian), deutscher Geschichtsforscher, geb. 14. Mai 1763 zu Visselhövede im Herzogtum Verden, widmete sich seit 1782 zu Helmstedt und Göttingen der Rechtswissenschaft. Hierauf lebte er drei Jahre als Advokat in Hannover und wurde 1790 Gerichtsschreiber zu Neustadt unterm Hohnstein, 1793 Amtsschreiber in Lüneburg. Unter der franz Herrschaft verwaltetete er die Unterpräfektur des Bezirks Luneburg. In den J. 1816 —20 führte W. die Verwaltung des Klosters Lüneburg, 1831 wurde er Oberamtmann des in eine Ritterakademie 498 Wedekind (Georg Christian Gottli umgestalteten Michaelisklosters in Lüneburg. Hier starb er 14. März 1845. Seine litterarische Thätigkeit wurde fast allein durch die ihm 1797 übertragene Anordnung des reichhaltigen Klosterarchivs geweckt und genährt. Außer seinem Anteil an Wagners Ausgaben des «Chronicon⸗ des Bischofs Dietmar von Merseburge (Nürnb. 1807) gehören zu seinen ersten Leistungen die «Welthistor. Erinnerungsblättern (2. Aufl., Lüneb. 1845) und das Handbuch der Welt⸗ und Völkergeschichter (Lüneb. 1814; 3. Aufl. 1824). Nicht minder verdienstlich sind sein reichhaltiges «Chronol. Handbuch der neuern Geschichtes 2 Bde., Lüneb. 1816), welches den Zeitraum 1740—1816 umfaßt, sowie Die Eingänge der Messeno (Lüneb. 1815) und Tabula Waldemari, primi regis Daniaes (Lüneb. 1817). Er gründete auch eine Preisstiftung für deutsche Geschichte, die alle 10 Jahre drei Preise, jeden vgn 1000 Thlrn. in Gold, für die besten Bearbeitungen von Gegenständen der deutschen Geschichte verteilen soll.