FeedMarezoll (Gust. Ludw. Theod.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Marezoll (Gust. Ludw. Theod.), verdienter Rechtslehrer, geb. zu Göttingen 13. Febr. 1794, studierte zu Jena und Göttingen, begann dann in Jena Vorlesungen über das röm. Recht und wurde 1817 außerord., 1818 ord. Professor zu Gießen und 1826 zugleich zum Wirkl. Oberappellationsrat befördert. Im J. 1837 folgte M. einem Rufe nach Leipzig trat 1864 in Ruhestand und starb in Leipzig 25. Febr. 1873. Er schrieb: «Lehrbuch des Naturrechts» (Gieß. 1818), in dem er zwischen Hugo und Kantzu vermitteln suchte; cüber die bürgerliche Ehre, ihre gänzliche Aufhebung und teilweise Schmälenvon Norwegen, Dänemark und Schweden) rung » (Gieß. 1824), (Lehrbuch der Institutioneno (Lpz. 1839, 10. Aufl. von Schirmer, 1875), Das gemeine deutsche Kriminalrechto (3. Aufl., Lpz. 1856). Johann Gottlob M., namhafter Kanzelredner, Vater des vorigen, geb. zu Plauen im sächs. Vogtlande 25. Dez. 1761, studierte zu Leipzig Theologie und wurde, nachdem er die Schrift Das Christentum ohne Geschichte und Einkleidunge (Opz. 1787) und durch das Andachtsbuch für das weibliche Geschlechte (2 Bde., Lpz. 1788—89) sich bekannt gemacht, 1790 Universitätsprediger in Göttingen. Im J. 1794 wurde er Hauptpastor an der deutschen Petrikirche zu Kopenhagen und 1803 Superintendent zu Jena, wo er 15. Jan. 1828 starb. Marfori (Carlos), Günstling der Königin Isabella II. von Spanien, geb. 1818 als Sohn eines ital. Kochs auf der Insel San-Fernando in der Provinz Cadiz, ward Günstling des Generals Narvaez, dann Geliebter der Königin und 1866 Statthalter von Madrid. Er folgte 1868 der Königin in die Verbannung, kehrte aber 1875 nach Spanien zurück.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 440Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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