Wehlau, Kreisstadt im ostpreuß. Regierungsbezirk Königsberg, am linken Ufer des Pregels und am rechten der hier in diesen von links einmündenden Alle, Station der Linie Berlin-Königsberg-Eydtkuhnen der Preußischen Staatsbahnen, Sitz einer Reichsbanknebenstelle, des Landratsamts und eines Amtsgerichts, steht mit Königsberg in regelmäßiger Dampfschiffverbindung, zählt (1885) 5272 meist evang. E. und hat ein Gymnasium, eine landwirtschaftliche Winterschule, eine höhere Töchterschule, eine Eisengießerei, Ziegeleien, Gerberei, Zeugdruckerei, Getreidehandel und jährlich einen fünftägigen Kram⸗, Pferde⸗ und Viehmarkt mit Tierausstellung und Pferderennen. Nahebei an der Alle liegt das bedeutende Mahl-, Holzschneide⸗ und Olmühlenwerk Pinnau mit Wasser⸗ und Dampfbetrieb. In dem Wehlauer Friedens- und Bündnisvertrage vom 19. Sept. 1657 erfolgte die Anerkennung der Unabhängigkeit des Herzogtums Preußen durch Polen, gegen Rückgabe aller vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg in Westpreußen und Ermland gemachten Eroberungen an König Johann Kasimir von Polen. Der Kreis Wehlau zählt auf 1062 qm (1885) 50047 meist prot. E.