FeedWehen
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Wehen, s. unter Geburt. Wehl (Feodor von), eigentlich von Wehlen, beliebter deutscher Novellist und dramatischer Schriftsteller, geb. zu Kunzendorf in Schlesien 19. Febr. 1821, studierte zu Berlin und Jena, schloß sich als Schriftsteller dem Jungen Deutschland an und wurde infolge dessen einige Zeit auf der Festung Magdeburg detiniert. Nach seiner Freilassung aus Berlin polizeilich verwiesen, trat er als Dramaturg in die Direktion des magdeburger Theaters ein. Später siedelte W. nach Hamburg über. Nach dem J. 1848 amnestiert, kehrte er wieder nach Berlin zurück. Später hielt er sich teils in Hamburg, teils in Dresden auf, bis er 1869 dem Rufe als artistischer Leiter und Intendant des königl. Hoftheaters in Stuttgart folgte. In dieser Stellung verblieb er bis 1884; vgl. sein Werk gumd. zehn Jahre stuttgarter Hoftheaterleitungo (Hamb. 1886). Seitdem lebt er wieder in HDamburg. W. hat sich auf den verschiedensten Gebieten der Litteratur versucht. Zuerst trat er als Lyriker im Sinne der deutschen Romantiker auf in „Hölderlins Liebe. Ein dramatisches Gedicht nebst einem lyrischen Anhanges (Hamb. 1852), Vom Herzen zum Herzeno, Gedichte (Lpz. 1867). Seine wesentlich poetische Produktion zeigte er auf dem dramatischen Gebiete. Doch haben seine größern Dramen wenig Anklang gefunden, während kleinere Lustspiele beliebt geworden sind. Eine Sammlung seiner sämtlichen Bühnenstücke veranstaltete er in sechs Bänden (Lpz. 1863—69). W.s Erzählungen und Novellen zeichnen sich durch Frische des Kolorits und einen natürlichen Erzählungston aus. Sein litterarhistor. Werk «Hamburgs Litteraturleben im 18. Jahrh.» (Lpz. 1856) ist eine wertvolle Arbeit.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 502Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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