FeedWeil (Gustav)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Weil (Gustav), Orientalist und Historiker, geb. 25. April 1808 zu Salzburg im bad. Oberlande, von israel. Abstammung, widmete sich in Heidel—⸗ berg dan und philol. Studien. Zu seiner weitern Ausbildung in den orient. Sprachen begab er sich nach Paris. Von da reiste er 1830 in den Orient und verweilte bis 1836 in Kairo. Gleich— Rach wirkte er an össentlichen Schulen. Nach seiner lückkehr erhielt er eine Anstellung als Collaborator an der Universitätsbibliothek zu Heidelberg und zugleich habilitierte er sich daselbst als Docent der orient. Sprachen. Im J. 1838 wurde er zum Bibliothekar befördert, wurde 1848 außerord. Professor und 1861 ord. Professor der orient. Sprachen, mit Enthebung vom Dienste eines Bibliothekars. Seine litterarische Laufbahn begann W. mit der lübersetzung und Textverbesserung von Samachscharis goldene Halsbänder» (Stuttg. 1836). Darauf folgte seine Probevorlesung unter dem Titel „Die poetische Litteratur der Araberv (Stuttg. 1837) und die übertragung der Tausend und eine Nachto, der ersten deutschen aus dem arab. Urtexte (4 Bde., Stuttg. 1837—41; 3. Aufl. 1866). W.s Hauptwerke sind: Mohammed der Prophet, sein Lehen und seine Lehrer (Stuttg. 1843) und die „Geschichte der Kalifeno Bde., Stuttg. 1846 —62); beide aus handschriftlichen orient. Quellen geschöpft, aber vom Standpunkte wissenschaftlicher Kritik bearbeitet. Ferner sind zu nennen: «Histor.⸗ kritische Einleitung in den Korand (Bielef. 1844; neue Aufl. 1878), Biblische Legenden der Musel—⸗ männerr (Frankf. a. M. 1845), die übersetzung von „Ibn-⸗Ishaks Leben Mohammeds, bearbeitet von Morommeds der ältesten bekannten Biographie dohammeds (2 Bde., Stuttg. 1864), «Geschichte der islamitischen Völker von Mohammed bis zur Zeit des Sultans Selimo (Stuttg. 1866).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 512Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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