Baldi (Bernardino), ital. Dichter und Gelehrter, geb. zu Urbino 6. Juni 1553, studierte zu Padua Philologie und Mathematik, lebte sodann am Hofe Guanada Gonzagas, der ihn 1586 zum Abbate von Guastalla ernannte. Im gleichen Jahre ward er vom Papst zum apostolischen Prokonotar ernannt. Später zog er sich nach Urbino zurück, von wo er 1612 als Gesandter nach Venedig ging. Er starb zu Urbino 12. Okt. 1617. Als Dichter und Gelehrter genoß er großen Ruhm, er soll 16 Sprachen geläufig gesprochen haben. Die Form seiner Dichtungen, darunter die didaktischen La nauticao und 4II diluvio universale (letzteres in 18silbigen Versen) sowie die 52 Sonetti Romaniv, ist oft sehr gekünstelt; se erfand er die sog. sonetti intrecciati, deren Verse aus 14 Silben bestehen, wovon die drei ersten Silben wieder einen Vers für sich bilden und mit den übrigen Versen reimen. Seine Hauptwerke sind: Versise Prosen (Vened. 1590), «Vita e fatti di Guidobaldo I di Montefeltro duca d'Urbino. Libri XIIo (2 Bde., Mail. 1821), Vita e fatti di Federigo di Montefeltro duca d'Urbinos (3 Bde., Rom 1824). Vgl. Affd, „Vita di Bernardino B.o (Parma 1783).