Flügel (Gustav Lebrecht), deutscher Orientalist, geb. 18. Febr. 1802 zu Bautzen, besuchte das Gymnasium daselbst und studierte dann zu Leipzig Theologie und Philologie. Die schon auf der Schule mit Vorliebe begonnenen Studien des Hebräischen und der übrigen semit. Sprachen setzte er auf der Universität eifrig fort und ging im Frühjahr 1827 nach Wien, wo er auf Hammer-Purgstalls Veranlassung die arab. Anthologie des Thaälibi (Der vertraute Gefährte des Einsamen in schlagfertigen Gegenredenꝰ, Wien 1829) mit deutscher Übersetzung im Auszuge herausgab. F. besuchte hierauf Berlin, Wolfenbüttel, Göttingen, Hannover, Kassel und mehrere Universitätsstädte und setzte dann zu Paris unter de Sacys Leitung seine orient. Studien fort. Nach seiner Rückkehr 17 er im Frühjahr 1832 eine Professur an der Fürstenschule zu St. Afra in Meißen, die er infolge einer 5 aufaeven Krankheit, welche ihn 1846 befiel, w1850 aufgeben mußte; er ging 1851 nach Wien zur Katalogisierung der orient. Handschriften der k. k. Hofbibliothek. F.s bedeutendste wissenschaftliche Arbeit ist die auf Kosten des londoner Oriental Translation Committéee von ihm veranstaltete Ausgabe des großen encyklopäd.⸗bibliogr. Wörterbuchs des Hadschi-Chalfa mit lat. Übersetzung und Kommentar (1 Bde., Lond. u. Lpz. 1835—58). Ungewöhnliche Verbreitung hat die von ihm für K. Tauchnitz in Leipzig Lavrait Stereotyp-Ausgabe des Koran nach eigener Textrecension (r 1834) gefunden, von der 1841 und 1858 neue kritische Revisionen, eine jede in wiederholten Abdrücken, erschienen. Derselben folgten die KConcordantiae Corani Arabicaen (Lpz. 1842) und eine Ausgabe der „Definitioneso des Ali Ben-Mohammed Dschordschani (Lpz. 1845). Von seinen übrigen Schriften sind noch hervorzuheben: „Geschichte der Araber» (3 Bdchn., Lpz. 1832—40; 2. Aufl., Lpz. 1864), „Al-Kindi, genannt der Philosoph der Araber v ( 1857), die Ausgabe von Ibn-Kutlubugäs (Krone der Lebensbeschreibungen» (Lpz. 1862), „Mani, seine Lehren und seine Schriften » (Opz. 1862) und „Die grammatischen Schulen der Arabery (Lpz. 1862). Hierzu kommt noch der vorzüglich gearbeitete Katalog der arab., pers. und türk. Handschriften der wiener Bibliothek (3 Bde., Wien 1865 —67). F. starb zu Dresden 5. Juli 1870. Nach seinem Tode veröffentlichten Rödiger und Müller die von ihm bearbeitete Ausgabe des «Kitab al-Fihristy von Ibneal-nadin (Bd. 1 u. 2, Lpz. 1871—72).