FeedWerdau
ErdkundeBrockhaus 1882

Werdau, Fabrikstadt in der Kreis-und Amtshauptmannschaft Zwickau des Königreichs Sachsen, an der Pleiße, Station der Linien Leipzig-Hof,‚ W.⸗Weida-Mehltheuer und W.⸗Johanngeorgenstadt der Sächsischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1885) 14638 E., ohne das benachbarte Leubnitz (mit 2400 E.). Unter den Bauwerken sind die Stadtkirche, die beiden Bürgerschulen, die Realschule und das königl. Amtsgericht hervornzuheben. Auf dem Nas 1880 men befindet sich das „Kriegerdenkmal und das 1886 neu errichtete kaiserl. „Postgebäude. W. gehört zu den größten Fabrikorten des Königreichs Sachsen und zählt 111 Dampfschlote. Besonders spinnt man hier Baum⸗ und „Schafwolle. Außerdem verfertigt man viel Tuch. „Werdauer Buckskins sind weit verbreitet. Auch besteht R W. eine höhere Webe-und Fabrikantenschule. Die Maschinenbau-Anstalten liefern Spinnmaschinen, sowie Hilfsmaschinen. Neuerdings ist auch eine Fabrik für elektrische Beleuchtungsmaschinen und Pulsometer entstanden. Beliebte Ausflugsorte sind das 1883 völlig umgebaute Schützenhaus mit schönem Garten, der Rote Berg mit Anlagen und der königl. Wald. W. wird zuerst 1304 als Stad erwähnt. Anfänglich gehörte sie den Vögten von Weida, in der Mitte des 13. Jahrh. kam sie in den Besitz der Vögte von Plauen (Reuß). Auch die „Grafen von Dohna besaßen W. eine Zeit lang. Im J. 1398 gelangte W. durch Kauf an die Markgrafen von Meißen, 1485 an die Ernestinische, 1547 an die Albertinische Linie des Hauses Wettin. Früher war W. Festung. Vgl. Stichart, Chronik der Fabrikstadt W. (2. Aufl., Werd. 1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 553Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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