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ErdkundeBrockhaus 1882

Westeras, uralte, regelmäßig gebaute Stadt im mittlern Schweden, an der Mündung der Svartä in den Mälarsee, r. befindet, an der Privatbahn Stockholm-Arboga, ist Sitz des Landshauptmanns über das Län und des Bischofs über das Stift gleichen Namens. Die Stadt hat ein ehemals befestigtes Schloß, welches 1434 von den Dalekarliern unter Engelbrecht, 1520 von Christian II. und 1522 von Gustav Wasa (der hier mit seinen Dalekarliern 29. April 1521 den ersten Sieg über die Dänen erfocht) erobert wurde und in welchem der unglückliche Erik XIV. 1573—74 gefangen saß. Die große Domkirche, eingeweiht 1271, später erweitert und neuerlich restauriert, mit dem Grabmale Eriks XIV., hat den höchsten Turm 97 m) in Schweden, der 1693 erbaut wurde. Es esteht zu W. ein Gymnasium mit einer Bibliothek von mehr als 12000 Bänden, darunter die von Axel Oxenstjerna geschenkte kurmainzische Büchersammlung. W. hat ein Rathaus, ein Lazarett, Schiffswerfte und zählt (1885) 6659 E., die außer den gewöhnlichen Gewerben lebhafte Schiffahrt und Handel mit Korn, Eisen, Messing, Vitriol u. s. w. treiben. Unter den hier gehaltenen 11 Reichstagen ist besonders der von 1527 merkwürdig, in wel em Gustav I. die Macht des Klerus brach und die Einführung der Reformation durchsetzte. Das Län Westeräs oder Westmanland zählt auf 6814,5 àkm (1885) 132056 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 573Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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