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ErdkundeBrockhaus 1882

Wisby, die einzige Stadt auf der schwed. Insel Gottland (s. d.), an der Westküste, war im Mittelalter ein sehr wichtiger, zur Hansa gehöriger Hafenplatz, wurde aber 1361 von dem dän. König Waldemar III. Atterdag erobert und grausam ausgeplündert. Die Stadt erlangte seitdem ihre frühere Blüte niemals mehr, ist aber gegenwärtig wieder ein nicht unbedeutender Handelsplatz, der 6666 E. (1885) zählt. W. ist der Sitz des Landeshauptmanns und des Bischofs von Gottland und hat eine vollständige Gelehrtenschule (Gymnasium)h. Es finden sich hier noch einige Bauten im deutschmittelalterlichen Stile, sowie auch zahlreiche Ruinen. Darunter gehören besonders die alten Stadtmauern mit ihren Türmen und sieben Kirchen, prächtige Bauwerke, die dem 11. und 12. Jahrh. angehören, worunter die Heiligegeistkirche und die Kat arinenkirche. Nur die 1190—1225 erbaute Marienkirche wird jetzt noch als Stadtkirche benutzt. Mit dem Festlande steht W. in lebhaftem Dampfschiffverkehr: 1878 ward die Eisenbahn W.⸗Kemse eröffnet. Der Seebäder wegen ist W. im Sommer stark besucht. Vgl. Braun-Wiesbaden, «Die Wisbyfahrto (Lpz. 1882); „Hansische Wisbyfahrto (Hamb. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 698Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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