Widdin, das alte mösische Bononia, Stadt im Fürstentum Bulgarien, am rechten Ufer der Donau, mit (1881) 13 714 C., meist Bulgaren, auch Walachen und Griechen, war bis 1878 türk. Festung. Bei hohem Wasserstande können kleine Seeschiffe bis zur Stadt gelangen. W. ist als Handelsort wichtig, weil es den ersten 4 Bertehr des österr.⸗ deutschen Donauhandels im Verkehr mit dem Schwarzen Meer bildet. Die Stadt W. wurde in neuerer Zeit durch die Unternehmungen Paßwan-Oglus gegen die Pforte (1797 und 1807) und seit 1853 durch die Kämpfe zwischen den Türken und Russen sehr bekannt. Am 28. Okt. 1853 eröffnete Omer Pascha die Feindseligkeiten damit, daß er dort die Donau überschritt, die gegenüberliegende Handelsstadt Kalafat in der Walachei besetzte und dieselbe in ein starkes verschanztes Lager umschuf, wodurch die Russen auf ihrem rechten Flügel bedroht und ihr Vordringen nach Serbien verhindert wurde. Während des türk.⸗serb. Kriegs von 1876 und 1877 diente W. dem Korps Osman Paschas als Stützpunkt; auch leitete dieser im nachfolgenden Russisch-Türkischen Kriege von 1877 und 1878 (s.d.) von —4 aus seinen Vormarsch nach Plewna ein. Infolge des Art. 11 des Berliner Vertrags vom 13. Juli 1878 wurden 1879 die Werke von W., wie die aller bulgar. Festungen geschleift. Während des Serbisch-Bulgarischen Kriegs von 1885 wurde W. einigermaßen in Verteidigungszustand gesetzt, am 18., 25. und 28. Nov. von der serb. Timokdivision bestürmt, aber von der schwachen bulgar. Besatzung bis zum Friedensschlusse gehalten.