FeedSistowa
GeschichteBrockhaus 1882

Sistowa, offiziell vistov, Stadt und Dampfschiffahrtsstation im Fürstentum Bulgarien, am rechten Ufer der Donau und im Scheitel der südlichsten Ausbiegung dieses Stroms gelegen, Hauptort eines Distrikts und eines Arrondissements, war bis 1878 schwach befestigt, hat, neben christl. Gotteshäusern, mehrere Moscheen und zählt (1881) 11438 E., welche Weinbau, Gerberei, Baumwollweberei, Schiffahrt und Handel treiben. Für letztern ist die Lage des Ortes, namentlich in Rücksicht auf die Beziehungen zum Wegenetz des Landes, welches hier einen seiner bedeutendsten Knotenpunkte hat, sehr geeignet. Am 30. Dez. 1790 wurde zu S. ein Kongreß eröffnet, und 4. Aug. 1791 ein Definitivfriede zwischen der Türkei und Ssterreich abgeschlossen, der die Herstellung des Zustandes vor dem Kriege (9. Febr. 1788) festsetzte. Im Russisch-Türkischen Kriege von 1877 bis 1878 wurde S. besonders durch den Donauübergang der Russen (Vorhut 27. Juni, Hauptarmee 10. Juli 1877) bekannt; ein von den Russen Ien errichtetes Denkmal erinnert an die dabei Gefallenen. Zu S. verkündete durch Manifest vom 27. Juni 1877 Kaiser Alexander II. den Bulgaren, daß er sie von der türk. Herrschaft befreien wolle. — Der Distrikt Sistowa zählt (1881) 40893 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 849Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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