FeedWiedemann (Gust. Heinr.)
NaturlehreBrockhaus 1882

Wiedemann (Gust. Heinr.), hervorragender Physiker und Chemiker, geb. 2. Okt. 1826 in Berlin, studierte dort seit 1844 Physik und Chemie, habilitierte sich in Berlin als Privatdocent für Physik, wurde 1854 Professor der Physik in Basel, 1863 am Carolinum in Braunschweig, 1866 am Polytechnikum in Karsruhe und 1871 Prosessor der physikal. Chemie an der Universität Leipzig. Seine Forschungen gehören zum größten Teil der Clektricitätslehre und dem Magnetismus an. Sie betreffen unter anderm die Beziehungen zwischen der Leitung der Wärme und der Clektricität, zwischen dem mechan. und magnetischen Verhalten der Körper, sowie die Abhängigkeit der letztern von ihrer chem. Zusammensetzung. Er schrieb: «»Die Lehre von der Elektricitäte (4 Bde., Braunschw. 1882 — 85), zugleich als dritte Auflage der in den J. 1860—61 erschienenen Lehre vom Galvanismus und Elektromagnetismuso (2 Bde.). Seit Ostern 1877 gibt W. die von Gren 1790 gegründeten, von Gilbert und Poggendorff fortgeführten «Annalen der Physik und Chemies heraus. Sein älterer Sohn Eilhard, geb. 1. Aug. 1852 in Berlin, seit 1886 Professor der Physik an der Universität Erlangen, früher in Darmstadt, redigiert seit dem J. 1877 die Beiblätter zu den Annalen der Physik und Chemiev. — Der jüngere Sohn, Alfred, geb. 18. Juli 1856 in Berlin, Docent der Agyptologie an der Universität Vonn, hat unter anderm eine „Agyptische Geschichte (Gotha 1884) verösfentlicht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 608Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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