FeedWislicenus (Johs.)
NaturlehreBrockhaus 1882

Wislicenus (Johs.), Sohn des vorigen, geb. 24. Juni 1835 zu Kleineichstedt, folgte bald nach Beginn seiner Universitätsstudien 1853 dem Vater nach Nordamerika. Im J. 1856 kehrte er mit diesem nach Europa zurück und setzte nun seine naturwissenschaftlichen Studien erst zu Zürich, dann zu Halle fort, worauf er sich für das chem. Fach an der Universität Zürich habilitierte. Im J. 1861 wurde er zum Professor an der Kantonsschule, 1864 zum außerord. Professor an der Universität und Direktor des Universitätslaboratoriums, 1867 zum ord. Professor ernannt. Unter Belassung in dieser Stellung wurde er 1870 te Professor der Chemie am Eidgenössischen Polytechnikum und 1871 zum Direktor dieser Anstalt durch den schweiz. Bundesrat ernannt. Im Herbst 1872 folgte er einem Rufe an die Universität Würzburg, 1885 einem solchen an die Universität Leipzig, an welcher er als ord. Professor der Chemie und Direktor des chem. Laboratoriums wirkt. Seine und seiner Schüler UnterinSegs und Entdeckungen veröffentlichte er meist in Liebigs Annaleno und den «Berichten der Deutschen chem. Gesellschafts, und schrieb außerdem «Theorie der gemischten Typen (Berl. 1859) und eine vollständige ühuchs ders( des Regnault-Streckerschen Lehrbuchs der Chemie (2 Bde., Braunschw. 1874 u. 1877). Sein Bruder Hugo W., geb. 29. Dez. 1836 zu Kleineichstedt, widmete sich seit 1856 zu Zürich erst altdeutschen Studien und habilitierte sich 1862 an der Universität und dem Polytechnikum für letzteres Fach. Auf einer Erholungsreise nach dem Linththal verunglückte er 8. Aug. 1866 am Tödi. Von seinen Schriften sind zu nennen: „Die Symbolik von Sonne und Tag in der german. Mythologies (Zür. 1862) und die von seinem Vater veröffentlichten Abhandlungen: „Loki, das Nibelungenlied, das IWisiiccnns in Atheno (Zür. 1867).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 700Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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