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GeschichteBrockhaus 1882

Wiener Friedensschlüsse. In Wien wurden Jude vier Frieden abgeschlossen: ndem Wiener Frieden vom 18. November 1738, dem die am 3. Okt. 1735 abgeschlossenen Karl I. 5a6 vorausgegangen waren, trat Kaiser arl VI. das Königreich beider Sicilien an den span. Infanten Don Carlos (Karl III.) ab und erhielt zur Entschädigung die Herzogtümer Parma und Piacenza. Das durch Aussterben des Hauses Medici erledigte Großherzogtum Toscana ward dem Herzog Franz Stephan von Lothringen (nachmals Kaiser Franz I.) zugeteilt. Dagegen fiel dessen Erbland Lothringen an den entthronten König Stanislaus I. Lesiezynsti von Polen und nach dessen Tode (1766)an Frankreich. Endlich ward das Königreich Sardinien durch die mailändischen Distrikte Novara und Tortona vergrößert. Der Wiener Friede vom 14.Oktober 1809 wurde in dem benachbarten Lustschloß Schönbrunn abgeschlossen, wo der siegreiche Napoleon I. sein Hauptquartier genommen hatte. Kaiser Franz I. von Österreich mußte darin abtreten: 1) Salzbur mit Berchtesgaden, das Innviertel und den westl. Teil des Hausruckviertels, was Napoleon dem Königreich Bayern zuteilte; 2) 1—6 zu Böhmen gehörige Enklaven in der sächs. Oberlausitz an das Königreich Sachsen; 3) den Villacher Kreis von Kärnten, Krain, das Küstenland (Triest, Görz und Istrien), sowie das zu Ungarn und Kroatien gehörige Gebiet am rechten (südl.) Ufer der Save, was Napoleon später zu dem neugebildeten franz. Gouvernement der Illyrischen Provinzen schlug; 4) die enklavierte Herrschaft Rhäzuns in Graubünden; 5) Westgalizien nebst Krakau und den Zamosker Kreis von Ostgalizien, sowie die Hälfte des Salzbergwerks Wieliczka an das Herzogtum Warschau; 6) ein Gebiet mit 400000 Seelen von Ostgalizien, das 1810 auf den Tarnopoler und Czortkower Kreis fixiert wurde, an das Kaisertum Rußland. sterreich verlor somit über 110000 qkm mit 3 Mill. E. und ward ganz vom Adriatischen Meere abgeschnitten. Die von Napoleon 24. April 1809 verfügte Aufhebung des Deutschen Ordens in den Rheinbundstaaten wurde bestätigt, und der Deutschmeister Erzhem euliage mußte seinen Ansprüchen auf Mergenteim entsagen, das an Württemberg kam. Außerdem anerkannte Osterreich die in Spanien, Portugal und Italien vorgefallenen Besitzveränderungen, trat dem Kontinentalsystem (s. d.) bei und zahlte 85 Mill. Frs. Kriegskontribution. Der Wiener Friede von 1864 beendigte den zwischen Osterreich und Preußen einerseits, Dänemark andererseits geführten Krieg in Schleswig-Holstein, undzwar wurden diePräliminarien 1. Aug., der Definitivtraktat 30. Okt. abgeschlossen. Darin trat der dän. König Christian IX. alle seine Rechte auf die Herzogtümer Schleswig-Holstein und Lauenburg an den Kaiser Franz Joseph J. von Esterreich und den König Wilhelm I. von Preußen ab und versprach, deren weitere Dispositionen über diese Lande anzuerkennen. Außer einer zweckmäßigen Grenzregulierung wurde stipuliert, daß die Herzogtümer von der dän. Gesamtschuld 29 Mill. dän. Thaler (= 21/ Mill. Vereinsthaler) und überdies die Rückerstattung der Kriegskosten an die verbündeten Großmächte übernehmen sollten. (S. Schleswig-Holstein.) Das aus diesem Frieden hervorgehende österr.⸗preuß. Kondominat wurde die Quelle des Konflikts, welcher zum Deutschen Kriege von 1866 führte. In dem Wiener Frieden vom 3. Oktober 1866, welcher zwischen dem Kaiser Franz Joseph J. von Osterreich und dem König Victor Emanuel II. von Italien abgeschlossen wurde, gab ersterer seine Zustimmung zur Vereinigung des (4. Juli 1866 an Napoleon III. abgetretenen) Lombardisch-Venetianischen Königreichs mit dem Königreich Italien, wogegen letzterer sich verpflichtete, die auf dieser Provinz haftenden Schulden zu übernehmen und 35 Mill. Fl. an die österr. Staatskasse zu bezahlen. Zugleich ward die lombard. Eiserne Krone an Victor Emanuel II. ausgeliefert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 621Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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