Ferdinand III. (Joseph Johann Baptist), Groß-Brude von Toscana und Erzherzog von Osterreich, ruder des Kaisers Franz I. von Österreich, geb. 686 Ferdinand IV. (Großherzog v. Tosca 6. Mai 1769, folgte als zweiter Sohn Kaiser Leo polds II. diesem 2. Juli 1790 als Großherzog vor Toscana, das er als ein Mann von mildem und festem Charakter im Geiste desselben regierte. Als Freund des Friedens beobachtete er strenge Neutralität in dem Kriege gegen die Französische Republil und war der erste Souverän, der dieselbe anerkannte und mit ihr in diplomatische Verbindung trat. Nachdem er jedoch durch Rußland und England gezwungen worden war, der Koalition gegen Frankreich beizutreten, schloß er 9. Febr. 1795 mit letzterm Frieden, rettete durch den Traktat von 1797 unter sehr mißlichen Umständen die Neutralität seines Landes, mußte sich aber doch wieder, als die Pläne Frankreichs in Bezug auf Italien immer klarer hervortraten, dem wiener Hofe nähern, was Frankreich Veranlassung gab, ihm im März 1799 den Krieg zu erklären, infolge dessen er 1799 nach Wien sich flüchtete. Im Frieden zu Luneville von 1801 mußte er auf Toscana (s. d.) Verzicht leisten. Als Entschädigung erhielt er durch den Vertrag zu Paris (26. Dez. 1802) das neugeschaffene Kurfürstentum Salzburg. Allein schon im Preßburger Frieden von 1805 mußte er seinen Kurstaat an Osterreich und Bayern abtreten und erhielt dafür Würzburg, auf welches die Kurwürde übertragen und das infolge seines Beitritts zum Rheinbunde zum Großherzogtum ahroßwurde. Der erste Pariser Friede gab ihm das roßherzogtum Toscana zurück, dem der Kon reß zu Wien noch den Stato degli Presidj und die Landes- und Ruate: 86 über das Fürstentum Piombino hinzufügte. 7 einmal mußte . seine Residenz verlassen, als Murat 1815 Italien unabhängig machen wollte und gegen Osterreich zu Felde zog; doch schon 20. April 1815 konnte er nach Florenz zurückkehren. Er war in erster Ehe vermählt mit Luise, der Tochter des Königs beider Sicilien, Ferdinands I., die zu Wien 1802 starb. Im J. 1821 vermählte er sich mit der Prinzessin Marie, der Tochter des Prinzen Maximilian von Sachsen. F. starb 18. Juni 1824 und ihm folgte in der Regierung sein einziger Sohn Leopold II. (s. d.). erdinand IV., Großherzog von Toscana geb. 10. Juni 1835, Sohn Leopolds II. und der Prinzessin Marie Antonie von Neapel, nahm nach der Thronentsagung seines Vaters vom 21. Juni 1859 den großherzogl. Titel an und protestierte 26. März 1860 von Dresden aus gegen die Einverleibung Toscanas in Sardinien. F. vermählte sich 24. Nov. 1856 mit Anna, Tochter des Königs Johann von Sachsen, und nach deren 10. Febr. 1859 erfolgtem Tode 11. Jan. 1868 mit Alice, Tochter des Herzogs Karl III. von Parma. Er lebt teils auf einer Villa bei Lindau am Bodensee, teils in Salzburg.