FeedWild Aahrmur ausgezeichneter Tenorist
MusikBrockhaus 1882

Wild Aahrmur ausgezeichneter Tenorist, geb. zu Niederhollabrunn in Niederösterreich 31. Dez. 1792, wurde früh Chorknabe in Klosterneuburg und demer Sängerknabean der Hofkapelle zu Wien. Nachdem er 1809 Anstellung bei der Esterhäzyschen Privatkapelle zu Eisenstadt gefunden, ging er 1811 zum Theater an der Wien und wurde 1813 als erster Tenorist beim Hofoperntheater in Wien angestellt. Er astierte 1816 in Berlin, kam 1817 als Kammeränger nach Darmstadt, ging 1826 nach Paris und sang an der ital. Oper mit glänzendem Erfolge. Dann nahm er ein Engagement in Kassel an, kehrte indessen 1830 nach Wien zurück und wirtte bis 1847 am Kärntnerthortheater, gab auch Gastspiele in München, Dresden, Berlin und Petersburg. Im J. 1848 zog er sich ins Privatleben zurück und starb zu Oberdöbling bei Wien 2. Jan. 1860. W war an Stimmfonds und Kunstfertigkeit einer der größten Tenoristen Deutschlands. 17. Dez. 1833 zu Uster im Kanton Zürich, studierte 1854 — 56 in Zürich und Königsberg Physik und arbeitete dann einige Zeit in Heidelberg unter Kirchhoff und Bunsen. Zu Ostern 1857 habilitierte er sich in Zürich an der Universität und am Polytechnikum als Privatdocent der Physik, wurde aber noch in demselben Jahre als Professor der Physik und Direktor der Sternwarte nach Bern berufen. Durch die Erweiterung dieses Instituts zu einer meteorolog. Centralanstalt für den Kanton Bern legte er gleichzeitig den Grund zu dem jetzt bestehenden ausgebreiteten meteorolog. Beobachtungsnetz. Eine vom schweiz. Bundesrat 1861 ihm übertragene Inspektion der Maß- und Gewichtsanstalten gab die Veranlassung zu der von M. bis 1867 durchgeführten Reform der eidgenössischen Urmaße und zur Begründung der Normaleichstätte zu Bern, deren Direktor W. auch wurde. Fur Mai 1868 wurde er als Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften und Direktor des physik. Central-Observatoriums nach Petersburg berufen, wo er eine völlige Reorganisation der letztern Anstalt und des davon abhängigen ausgedehnten meteorolog. Beobachtungsnetzes in Rußland durchführte. Als Abschluß dieser Neugestaltung veranlaßte W. noch die Gründung einer Zweiganstalt der petersburger Centrale, des meteoroldg magnetischen Observatoriums in Powlowsk, welches heute noch allgemein als eine Musteranstalt dieser Art gilt. Die wissenschaftlichen Leistungen W.s betreffen hauptsächlich die Gebiete der Optik, Elektricität und es Erdmagnetismus, der Meteorologie und die Verifikation von Maß und Gewicht. Ein von W. erfundenes Instrument zur Bestimmung des Zuckerehalts von Flüssigkeiten auf optischem Wege (Poaristrobometer genannt) ist vielfach in Anwendung und allgemein bekannt. 5 Wonaßen⸗ zur Veroleichung von Strich- und Endmaßen, Verbesserungen von Meß⸗ und Wägemethoden entstammen seiner Thätigkeit als Mitglied der Commission international du méètren (seit 1870 und des durch die Meterkonvention eingesetzten internationalen Maß⸗ und Gewichtkomitees zur Reform der Urmaße des metrischen Systems. Auf dem Gebiete der Clektricität hat sich W. durch thermoelektrische Untersuchungen und durch eine Neubestimmung der absoluten Widerstandseinheit b verdient gemacht. W.s zahlreiche meteorolog. Arbeiten finden sich zum kleinern Teil in den Schriften der schweiz. naturforschenden Gesellschaften, von 1865 an aber zum größern Teil in den von ihm herausgegebenen (Annalen des physik. Central-Observatoriums für Rußland und in dem von 1869 an unter seiner Redaction von der Akademie der Wissenschaften in Petersburg herausgegebenen 4Repertorium für Meteorologiev. Neben seinen umfassenden Untersuchungen über die meteorolog. Verhältnisse des gesamten Russischen Reichs hat er auch eine Menge ½4 über meteorolog. Beobachtungsmethoden und verbesserte Instrumente verfaßt. Seine Beziehungen zu Bruhns in Leipzig und Jelineck in Wien führten zur Einberufung internationaler Meteorologenkongresse und zur Gründung des permanenten internationalen meteorolog. Komitees, dessen Präsident W. wurde. Auch die 1882—83 durchgeführte internationale Polarforschung verdankt der Initiative und der Thätigkeit W.s sehr viel, auch gab er als Präsident der internationalen Polarkommission die von dieser zusammengestellten Mitteilungen heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 636Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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