Wilfrid ist der Name von vier altengl. Bischöfen, von denen der bekannteste Bischof von Nork war. Geboren 634 in Northumberland als der Sproß einer edeln Familie, kam er mit 14 Jahren in ein schott. Kloster auf der Insel Lindisfarne, zog 654 nach Rom und wurde nach seiner Rückkehr eng befreundet mit Oswin, dem König von Northumberland, der ihn zum Erzieher seines Sohnes, zum Abt von Ripon und 665 zum Bischof von York erwählte. Als solcher war er ein eifriger Vertreter der romanisierenden Richtung, welche die, gewisser Freiheiten sich erfreuende, altengl. Kirche den röm. Gebräuchen und dem päpstl. Einflusse dienstbar zu machen bestrebt war. Auf der entscheidenden Synode zu Streneshale 664 gab W. zu Gunsten von Rom den Ausschlag. Im J. 678 abgesetzt, wollte er sich deshalb in Rom persönlich beschweren, wurde aber von neuem zu den Friesen verschlagen und bekehrte viele derselben. Dann setzte er seine Reise nach Rom fort, wurde vom Papste gerechtfertigt, aber bei seiner Rückkehr nach England neuerdings vertrieben und floh nach Susser, wo er ebenfalls eifrig die Mission betrieb. Erst 686 konnte er sein Amt wieder antreten, mußte aber 692 wiederum in die Verbannung, rechtfertigte sich nochmals in Rom und wurde endlich 705 zum dritten mal in sein Bistum Nork eingesetzt, wo er 709 starb.