FeedWildungen
GeschichteBrockhaus 1882

Wildungen ist der Name zweier nahe beieinander 15 Wald Städtchen im Ederkreise des Fürstentums Waldeck, an der Wilde. Niederwildungen ist besonders bekannt durch seine trefflichen Mineralquellen, von denen die Georg-Victorquelle, früher Stadt⸗ oder Sauerbrunnen, und die Helenenquelle, fruher Salzbrunnen genannt, die wichtigsten sind. Sie sind erdige Eisensäuerlinge und enthalten neben reichlicher, —— Kohlensäure, die kohlensauren Salze von Kalk, Magnesia und Eisen, die Helenenquelle außerdem Kochsalz und doppeltkohlensaures Natron. Die Quellen werden angewendet bei Krankheiten des Blutes, des Nervensystems, der weiblichen Geschlechtsorgane, der Schleimhäute, besonders aber der Harnorgane. Das Bad war bereits im 15. Jahrh. besucht, geriet aber seitdem mehr und mehr in Vergessenheit. Erst seit 1856 hob sich der Besuch wieder bis zu 2321 Kurgästen (1883). Der Wasserversand beträgt ½ Mill. Flaschen jährlich. Die Natur der Umgebung bietet viele Schönheiten. Die Stadt selbst zählt (1885) 2700 E., ist Sitz eines Amtsgerichts und seit 1884 durch die Sekundärbahn nach Wabern mit der Preußischen Staatsbahn Kassel-Frankfurt verbunden. In der Kirche befindet sich ein dem Grafen Josias von Waldeck von der Republik Venedig errichtetes Denkmal. Vgl. Der Führer im Bade W.» (8. Aufl., Wildungen 1884). Das 1 km gegen Norden entfernte Städtchen Altwildungen hat 450 C. und ein fürstl. Bergschloß Friedrichsstein, das bereits 1247 genannt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 641Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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