Willems (Florent), belg. Genremaler, geb. zu Lüttich 1812, besuchte die Zeichen-und Malerschulen zu Mecheln, Antwerpen und Brüssel, und war zuerst als Restaurierer alter Gemälde beschäftigt. Als solcher machte er sich mit der Art und Weise deralten Flamänder so vertraut, daß er selbst an die Behandlung von Stoffen im Geschmack von Terburg und Metzu sich wagen durfte. Im J. 1878 wurde er Mitglied der belg. Akademie; 1882 nahm er seinen ständigen Aufenthalt in Paris. Als seine besten Werke gelten: der Gemäldeverkauf (1853 in Brüssel ausgestellt), die Witwe (in der Sammlung Van Praets zu Brüssel), Festtag bei den Großeltern (im brüsseler Museum); nach der Taufe (1885, im Besitz des Grafen Grimbergh in Paris). Geschichtsforscher und Dichter und einer der Hauptführer der national-vläm. Bewegung, geb. 11. März 1793 zu Bouchout, einem Dorfe der Provinz Antwerpen, kam 1809 zu einem Notar in Antwerpen in die Lehre. In dieser Stellung dichtete er 1811 ein Preisgedicht zur Verherrlichung der Schlacht bei Friedland und des Tilsiter Friedens, welches gekrönt wurde. Mit seinem patriotischen Gedicht «An die Belgiery (1818) begrüßte er das Wiedererwachen einer belg. Nationalität unter dem Schutze des holländ. Scepters. Die Regierung belohnte ihn mit einer Steuereinnehmerstelle in Antwerpen. Die mit vieler Kritik ausgearbeitete Dissertation sur la langue flamandep (1819—24) eröffnete ihm das königl. Institut zu Amsterdam. Inzwischen war er Archivar zu Antwerpen geworden. Der Eifer, womit er die immer lauter werdende Opposition gegen die holländ. Regierung bekämpft hatte, bewirkte, daß er nach der belg. Revolution von 1830 von der neuen Regierung nur mit einem bescheidenen Finanzposten in der Stadt Cecloo bedacht wurde. Hier übersetzte er in neuere Sprache den Reineke Voso, dessen Urtext er ebenfalls (Gent 1836; 2. Aufl. 1850) veröffentlichte und dem er seinen vläm. Ursprung wieder vindicierte. Im J. 1834 wurde W. Mitglied der belg. Geschichtskommission, 1835 Mitglied der belgischen Akademie und in ein höheres Amt nach Gent befördert. Für die Geschichtskommission veröffentlichte er die Chroniken von van Heelu und de Klerks «Gesten der Hertogen van Brabantv. Insbesondere legte er in seiner Vierteljahrsschrift Belgisch Museump (10 Bde., 1837—46) eine Reihe national-histor. und linguistischer Forschungen nieder. Auch war er die Seele aller jener nationalen Bestrebungen, die man unter dem Namen der Vlämischen Bewegung begreift. Er starb 24. Juni 1846. Aus seinem Nachlaß erschien die Sammlung Oude vlaemische liedereno (Gent 1848). Sein Name lebt fort in einer unter dem Titel Willemsfondso erscheinenden, 1886 bereits 110 Bände umfassenden Sammlung von Volksbüchern aus allen wissenschaftlichen und litterarischen Gebieten.