FeedWille
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Wille ist die allgemeine Bezeichnung für eine Gruppe seelischer Thätigkeiten, denen die Beziehung auf die Veränderung des gegenwärtigen und die Herstellung eines zukünftigen Zustandes gemeinsam ist. Die ältere Psychologie betrachtete den W. als eins der sog. „Vermögenv der Seele, d. h. als eine einheitliche und selbständige Grundkraft, aus der sich die einzelnen Willensbethätigungen als ihre o war es möglich, daß der W. sogar schließlich von Schopenhauer zum metaphysischen Urwesen gemacht wurde, wobei außerdem noch eine Ausdehnung des Wortgebrauchs auch auf die Naturkräfte u. s. w. nebenherging. Obwohl diese Verselbständigung eines Allgemeinbegriffs jetzt wissenschaftlich als aufgegeben angesehen werden darf, so besteht doch in der Anwendung desselben noch durchaus keine Einheitlichkeit. Vgl. Sigwart,«Der Begriff des Wollens und sein Verhältnis zum Begriff der Ursacher (in «Kleine Schriftene, Bd. 2, Freiburg i. B. u. Tübing. 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 661Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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