FeedWille (Joh. Georg)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Wille (Joh. Georg), berühmter Kupferstecher, geb. 5. Nov. 1715 auf der Obermühle unweit Königsberg bei Gießen, lernte erst als Müller, dann als Büchsenmacher, hierauf als Schuhmacher. Endlich lernte er in Straßburg Georg F. Schmidt kennen, mit dem er 1736 nach Paris ging, wo sich beide der Kupferstechkunst befleißigten, und wo W. bis zu seinem Tode sich aufhielt. Namentlich war es der berühmte Porträtmaler Rigaud, der W. aufmunterte, größere Blätter zu stechen, und ihm Arbeiten verschaffte, die ihn bald in Ruf brachten. * seinen Meisterstücken gehören die Stiche der Porträts Masses, des Marquis de Marigny und des Grafen Florentin nach Tocqué. Auch histor. Bilder und vorzüglich die Genrebilder der holländ. Maler, z. B. Terburgs, Dows, Mieris', Netschers, Ostades, Metzus sowie Dietrichs gab W. auf eine ausgezeichnete Weise wieder Alle seine Arbeiten zeichnen sich durch Schönheit des Grabstichels, Reinheit der Zeichnung, durch die Wirkungen des Helldunkels und feine Detailwirkung aus. Er hatte sich ein bedeutendes Vermögen durch seine Kunst erworben, verlor aber alles während der Revolution und wäre vielleicht ein Opfer derselben geworden, wenn nicht sein Sohn, Peter Alexander W. (geb. 1746, gest. 1815), der Maler war, General bei der pariser Nationalgarde gewesen. Er starb 7. April 1808. Seine Blätter sind in schönen Abdrücken selten und Abdrücke vor der Schrift zum Teil von größter Seltenheit. Vgl. Le Blanc, Le graveur en taille douces (Abteil. 1, Lpz. 1847); Duplessis, Mémoires et journal de W.y (2 Bde., Par. 1857).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 661Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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