Wilz, Wiltz, Stadt im Großherzogtum Luxemburg, Bezirk Diekirch, am Sauerzufluß Wilz, zählt (1880) 4020 E. und hat ein altes Schloß, Wollspinnerei, Leder⸗, Tuch⸗ und Papierfabrikation. „Wilzen, auch Weleten, Weletaben, Lutizen genannt, waren der mächtigste und streitbarste Zweig der einstigen nordwestl., sog. polabischen Slawen (s. Polaben), der sich seit dem 5. Jahrh. zwischen Oder und Elbe im heutigen Brandenburg und Vorpommern mit Einschluß der Inseln Rügen, Usedom und Wollin ausbreitete. Er zerfiel in eine Menge kleinerer Völkerschaften. Im Norden waren die eigentlichen Lutizen, zu denen die Redarier gehörten; südlich davon die Ukrer (davon Ukermark), Heveller, Stodoranen, Sprewanen u. a. Ihre Hauptheiligtümer waren Rethra und der Tempel des Swantowit auf Rügen. Karl d. Gr. unterwarf 789 zeitweilig ihren König Dragowit. Doch vermochte erst Heinrich I. 928 die W. tributpflichtig zu machen. Zur Ausbreitung des Christentums wurden die Bistümer Havelberg und Brenaborg (d. i. Brandenburg) errichtet. Die volle Unterwerfung erfolgte 1157 durch Albrecht den Bären nach Errichtung der Mark Brandenburg. Zu Ende des 13. Jahrh. fand sich in den von den W. eingenommenen Ländern fast keine Spur mehr von slaw. Bevölkerung vor. Auf Rügen, das 1168 von den Dänen erobert wurde, starb die letzte Pers on, welche slawisch konnte, in den ersten Jahren des 15. Jahrh.