Wiprecht von Groitzsch, geb. um 1050, war der Enkel des pommerschen Slawenhäuptlings Wulf, der sich zum Herrn des Balsamerlandes um Stendal und Arneburg gemacht hatte und dessen zum Christentum übergetretener Sohn W. durch seine Vermählung mit Sigena, der Tochter des Grafen von Leige, Morungen und Gatersleben erworben hatte. Von seinem Vormund Udo II. von Stade ließ sich W. bewegen, seinen Besitz im Balsamerlande gegen die Burg Groitzsch an der Weißen Elster und Tangermünde zu vertauschen. W. trat dann in die Dienste des Herzogs Wratislaw von Böhmen, beteiligte sich mit diesem an den Kämpfen König Heinrichs IV. lewei die Sachsen und erhielt als Lohn seiner Dienste Leisnig und Dornburg, so- wie verschiedene Güter in Alstedt, auch mit der Hand von Wratislaws Tochter Jutta die Gaue Budissin und Nisani. Als Sühne für die Einäscherung der Kirche zu Zeitz stiftete er 1096 das Kloster Pegau. Als der junge König Heinrich sich gegen seinen Vater empörte, trat W. zu jenem über und preßte dem zu Bökelheim gefangenen Kaiser die Auslieferung der Reichskleinodien ab. In der Folgezeit nahm er an den Kriegszügen Heinrichs V. regen Teil, mußte jedoch die Freilassung seines zugleich mit seinem Neffen Boriwoigefangenen Sohnes Wiprecht (III.) vom Kaiser durch Abtretung von Budissin, Nisani, Leisnig und Morungen erkaufen. Obgleich letzterer des Kaisers Gnade wiedergewann und mit Eckartsberge belehnt wurde, ergriff W. in der weimarer Erbfehde die Partei der sächs. Fürsten; gefangen und zum Tode verurteilt, rettete er sein Leben durch Abtretung von Groitzsch; nachdem aber in der Schlacht am Welfesholze 1115 des Kaisers Feldherr Hoier von Mansfeld durch Wiprecht den Jüngern gefallen, wurde W. der Haft entlassen und erhielt seine Besitzungen zurück. Er hielt sich auch seitdem zu den aufständischen Sachsen, und ner Ochw Adelgoz von Magdeburg, der Sohn seiner Schwester, belehnte ihn mit der Burggrafschaft Magdeburg. W. ward schließlich Mönch im Kloster Pegau, wo er 22. Mai 1124 starb. Vgl. Flathe, „Wiprecht von Groitzsche (in Webers Archiv der sächs. Geschichtes, Bd. 3), und rmer in Mitteilungen des Vereins für anhalt. Geschichter (Bd. 2). bolov), Stadt im russ.poln. Gouvernement Suwalki, unweit östlich von Eydtkuhnen, mit (1886) 3554 E., bemerkenswert als die der preuß. Grenze nächste Station der russ. Eisenbahn Petersburg-Eydtkuhnen, Bahnstrecke Landwarowo⸗(Wilna⸗) W.